Ablauf, Kosten und die technischen Besonderheiten, wenn historische Formen auf Schweizer Haustechnik treffen.
Eine Badrenovation im Vintage-Stil unterscheidet sich in den Grundzügen kaum von jeder anderen Badrenovation in der Schweiz. Dieselben Vorschriften, dieselben Gewerke, derselbe Ablauf. Der Unterschied liegt in den Details: bei der Wahl der Produkte, bei einigen technischen Entscheidungen und bei der Frage, wie viel historische Substanz Sie erhalten oder neu schaffen wollen.
Wir begleiten solche Projekte seit 1996 von unserem Showroom an der Strehlgasse 22 in Zürich aus. Dieser Leitfaden fasst zusammen, was Sie wissen sollten, bevor Sie beginnen.
Der Ablauf: von der Idee zur Ausführung

Eine typische Badrenovation in der Schweiz dauert von der ersten Planung bis zur Fertigstellung drei bis sechs Monate, die reine Bauzeit davon drei bis fünf Wochen. Der Ablauf gliedert sich in vier Phasen.
Zuerst die Planung. Sie klären den Umfang: Bleibt der Grundriss bestehen oder verschieben sich Anschlüsse? Ein unveränderter Grundriss spart erheblich Kosten, weil Steigleitungen und Abwasseranschlüsse bleiben können, wo sie sind.
Dann die Produktwahl. Hier entscheidet sich der Charakter des Bades. Lavabo, WC, Wanne oder Dusche, Armaturen, Accessoires. Bei einem Vintage-Bad lohnt es sich, mit den grossen Stücken zu beginnen und die Armaturen darauf abzustimmen. Unsere Erfahrung: Wer zuerst die Fliesen wählt und am Schluss die Keramik, ärgert sich später.
Es folgt die Offertphase mit dem Sanitärinstallateur, gegebenenfalls mit Plattenleger, Elektriker und Maler. In der Schweiz läuft die Installation über den Fachbetrieb. Unsere Produkte sind dafür ausgelegt und erfüllen die europäischen Normen.
Zum Schluss die Ausführung. Demontage, Rohinstallation, Wandaufbau, Plattenarbeiten, Feininstallation, Silikonfugen. Bei bewohnten Wohnungen ist die Badbenutzung während der Bauzeit eingeschränkt, was bei der Terminplanung oft unterschätzt wird.
Was kostet eine Badrenovation in der Schweiz?

Die Spannbreite ist gross. Als grobe Orientierung für ein Bad mittlerer Grösse:
Eine einfache Renovation ohne Grundrissänderung, mit neuer Keramik, neuen Armaturen und neuen Wandbelägen, beginnt bei etwa 25 000 bis 40 000 Franken. Ein umfassender Umbau mit Grundrissänderung, freistehender Wanne und hochwertiger Ausstattung liegt zwischen 60 000 und 100 000 Franken, nach oben offen.
Die Produkte selbst machen dabei typischerweise einen Viertel bis einen Drittel der Gesamtkosten aus. Der Rest entfällt auf Handwerksleistungen. Das relativiert die Preisdifferenz zwischen hochwertigen und günstigen Produkten: Wer bei der Keramik 3 000 Franken spart, senkt die Projektkosten um wenige Prozent, lebt aber zwanzig Jahre mit dem Resultat.
Bei Mietwohnungen gilt: Renovationen sind Sache der Eigentümerschaft. Bei Stockwerkeigentum sind Änderungen innerhalb der eigenen Einheit in der Regel frei, sofern keine gemeinschaftlichen Leitungen betroffen sind. Ein Blick ins Reglement lohnt sich vor der Planung.
Die technische Kernfrage: historische Form, moderne Technik

Das prägendste technische Thema beim Vintage-Bad ist die Verbindung von historischen Produktformen mit der heutigen Schweizer Haustechnik. Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Erstens der Spülkasten. In der Schweiz ist der Unterputz-Spülkasten von Geberit der Standard, und unsere Klosetts der Palazzo- und Square-Serie sind für das Sigma 12 cm Modul konzipiert. Von aussen sehen Sie ein WC in der traditionellen Bauform, dahinter arbeitet aktuelle Technik. Wichtig für Ihren Sanitärinstallateur: Unsere traditionell gebauten Klosetts spülen mit der Einmengen-Spülung zuverlässiger als mit der Zweimengen-Variante, weil die Bauform auf das grössere Wasservolumen ausgelegt ist.
Zweitens die Anschlussmasse. Historische Lavabos wie unsere Palazzo-Serie haben andere Proportionen als moderne Kompaktkeramik. Die Anschlüsse selbst sind normgerecht, aber Ausladung und Höhe unterscheiden sich. Bei Waschtischen mit Metallgestell liegt die Beckenoberkante bei 84 bis 86 cm. Das sollte in der Rohinstallation berücksichtigt werden, bevor die Wand geschlossen wird.
Drittens die Armaturen. Kreuzgriff-Armaturen gibt es als Einloch-, Dreiloch- und Wandmontage. Die Wandmontage wirkt am ruhigsten, verlangt aber eine präzise Rohinstallation, weil sich Fehler später kaum korrigieren lassen. Klären Sie die Armaturenwahl deshalb vor der Rohinstallation, nicht danach.
Häufige Fehler, die Sie vermeiden können
Der häufigste Fehler ist die Reihenfolge: zuerst bauen, dann Produkte wählen. Bei einem Vintage-Bad müssen die Masse der Keramik und die Montageart der Armaturen in die Rohinstallation einfliessen. Wählen Sie die Produkte früh.
Der zweite Fehler ist der Griff zu billigen Reproduktionen. Der Markt bietet nostalgisch anmutende Armaturen zu tiefen Preisen, meist mit dünnwandigen Körpern und Ventilen ohne Ersatzteilversorgung. Nach fünf Jahren tropft es, und eine Reparatur ist unmöglich. Unsere Armaturen aus englischen und französischen Werkstätten sind auf Jahrzehnte ausgelegt, mit Ersatzteilen, die lieferbar bleiben.
Der dritte Fehler ist die Stilmischung. Ein viktorianisches Lavabo, ein Art-Déco-Boden und moderne Accessoires ergeben zusammen kein Vintage-Bad, sondern Unruhe. Wählen Sie eine Epoche als Anker. Wie die Epochen sich unterscheiden, haben wir im grossen Leitfaden zum Vintage-Badezimmer beschrieben.
Warum sich der Besuch im Showroom lohnt

Keramik und Armaturen sind haptische Produkte. Das Gewicht eines Messinghahns, die Oberfläche einer handpolierten Nickel-Armatur, die Proportionen eines Palazzo-Lavabos: Das lässt sich auf Fotos nur begrenzt beurteilen.
In unserem Showroom an der Strehlgasse 22 in Zürich sehen Sie die Produkte im Zusammenhang. Sie können Oberflächen vergleichen, Griffe in die Hand nehmen und Masse vor Ort prüfen. Auch Architektinnen und Planer sind willkommen; viele Projekte beginnen damit, dass ein Fachplaner die Möglichkeiten bei uns erkundet, bevor er sie der Bauherrschaft vorstellt.
Bringen Sie Ihren Grundriss mit, falls vorhanden. Mit den Massen des Raumes lässt sich vieles direkt klären: welche Lavabogrösse passt, ob eine freistehende Wanne Platz hat, welche Montageart für die Armaturen sinnvoll ist.