Warum wir unsere Produkte selbst entwerfen, und was in den Werkstätten geschieht, bevor eine Armatur oder ein Lavabo unseren Showroom in Zürich erreicht.
Als wir 1996 eröffneten, verkauften wir, was gute europäische Hersteller produzierten. Das funktionierte eine Weile. Dann begannen die Zulieferanten, einer nach dem anderen, ihren Betrieb einzustellen oder die Produktion aus Europa zu verlagern. Die Kataloge sahen noch gleich aus, aber die Produkte dahinter veränderten sich. Die Gusskörper wurden dünner. Handpolitur wurde durch maschinelle Bearbeitung ersetzt. Details, die ein Stück ausmachten, verschwanden still und leise.
Irgendwann standen wir vor der Wahl: das hinnehmen oder die Entwürfe selbst in die Hand nehmen. Wir haben uns für das Zweite entschieden. Heute ist jedes Produkt, das wir verkaufen, ein eigener Entwurf, gefertigt von Werkstätten in England, Frankreich und Italien, die wir persönlich kennen.
Dieser Artikel erklärt, wie das funktioniert.
Warum die Herkunft zählt

Eine Kreuzgriff-Armatur aus einer europäischen Werkstatt und eine aus einer Billigfabrik können auf dem Foto identisch aussehen. Der Unterschied zeigt sich später. Im Gewicht des Körpers. Darin, wie sich das Ventil nach fünf Jahren täglichem Gebrauch anfühlt. Darin, ob es nach fünfzehn Jahren noch ein Ersatzteil gibt.
Unsere Armaturen bestehen aus massivem Messing, gefertigt und montiert in Werkstätten, die diese Arbeit seit Generationen machen. Die Leute dort wissen, warum ein Ventilsitz auf eine bestimmte Weise geschnitten wird. Dieses Wissen lässt sich nicht in eine Fabrik übertragen, die den Auftrag über den Preis gewonnen hat.
Es gibt auch einen einfacheren Grund. Kurze Lieferketten, europäische Arbeitsstandards und faire Arbeitsbedingungen sind Dinge, die wir überprüfen können. Wir besuchen diese Werkstätten. Wir kennen die Menschen, die unsere Produkte herstellen, beim Namen.
Birmingham: Messing-Accessoires, von Hand gefertigt

Unsere Ritz-Accessoires stammen aus einer kleinen Metallmanufaktur in Birmingham, dem historischen Zentrum der englischen Messingverarbeitung. Der Prozess hat sich in hundert Jahren kaum verändert. Messing wird gegossen oder an der Drehbank bearbeitet, geschliffen und dann von Hand poliert, bevor die Oberfläche in Chrom, Nickel glanz oder Messing poliert veredelt wird.
Handpolitur ist langsam. Sie ist auch der Grund, warum ein Ritz-Handtuchhalter weiche, gleichmässige Oberflächen hat, ohne die flachen Stellen, die maschinelle Politur auf geschwungenen Formen hinterlässt. Jedes Stück geht mehrmals durch dieselben Hände, bevor es fertig ist.
In Birmingham entstehen auch unsere Klosettdeckel aus Massivholz in fünf Holzvarianten, ausgestattet mit Messingscharnieren aus demselben Werkstattnetz.
England und Frankreich: die Armaturen

Unsere Armaturenserien werden je nach Serie in England oder Frankreich gefertigt. Die Körper bestehen aus massivem Messing. Ventile, Kartuschen und Dichtungen sind europäische Komponenten, ausgewählt nach einem Kriterium vor allen anderen: Sie müssen auch in Jahrzehnten noch ersetzbar sein.
Die Rockwell-Serie trägt keramische Griffe in zehn Farben. Die Keramik bleibt kühl im Griff und bietet besseren Halt als blankes Metall. Mit ihren urbanen, unverspielten Formen ist Rockwell unsere vielseitigste Serie, zu Hause in historischen Settings ebenso wie in Mid-Century-Räumen.
Die Sinclair-Serie, unsere neueste, greift ein Detail aus den 1920er Jahren auf: Die Griffe erinnern an Flugzeugpropeller, ein Klassiker jener Zeit. Sie wird sorgfältig in Frankreich hergestellt.
Paris und Lennox runden das Sortiment ab, jede mit eigenem Charakter, alle erhältlich in unseren vier Oberflächen: Chrom, Nickel glanz, Nickel matt und Messing poliert.
Italien und England: die Keramik

Unsere Keramik wird in Italien und England gefertigt. Die Square-Serie mit ihren Art-Déco-Formen aus der Zeit um 1930 stammt von einem italienischen Hersteller, der noch in traditionellen Formen produziert. Die Palazzo-Serie reproduziert Original-Lavabo- und WC-Formen aus den Jahren 1900 bis 1920, mit den grosszügigen Proportionen jener Epoche.
Keramikproduktion dieser Art ist ein schwindendes Handwerk. Grosse Sanitärhersteller arbeiten mit Druckguss und standardisierten Formen, optimiert auf Stückzahlen. Die historischen Formen, die wir reproduzieren, brauchen Schlickerguss in Gipsformen, längere Trocknungszeiten und mehr manuelle Nachbearbeitung. Wenige Fabriken wollen diese Arbeit noch. Wir sind froh, Partner gefunden zu haben, die sie beherrschen.
Die Hanley-Badewanne wird in England aus Vitrite gefertigt, einem Verbundwerkstoff aus Stein, Mineralien und Harz. Mit 120 kg hat sie die Masse und Standfestigkeit des keramischen Originals, das sie kopiert: eine Wanne aus dem Grand Hôtel Aix-les-Bains, um 1920.
Vom Entwurf zum fertigen Produkt

Ein neues Produkt beginnt mit einem historischen Original. Manchmal ein Stück, das wir gefunden haben, manchmal eine Form, die in alten Katalogen oder Fotografien dokumentiert ist. Wir zeichnen sie, passen das Innenleben an moderne Installationsstandards an und arbeiten mit dem Hersteller an Prototypen.
Dieser letzte Schritt dauert am längsten. Eine Form, die 1920 mit der Haustechnik von 1920 funktionierte, braucht sorgfältige Überarbeitung, um einen Geberit-Unterputzspülkasten oder einen modernen 3/8-Zoll-Anschluss aufzunehmen, ohne ihre Proportionen zu verlieren. Mehrere Prototypenrunden sind normal. Wenn das Stück schliesslich in unserem Showroom steht, sieht es aus, als hätte es immer existiert. Genau das ist die Absicht.
Was das für Sie bedeutet
Produkte, die so entstehen, kosten mehr als Massenware. Sie halten auch länger, lassen sich reparieren und behalten ihre Ersatzteilversorgung. Eine Messingarmatur aus einer bekannten Werkstatt kauft man einmal.
Wenn Sie den Unterschied lieber sehen als darüber lesen möchten, besuchen Sie uns an der Strehlgasse 22 in Zürich. Nehmen Sie einen Ritz-Handtuchhaken und ein Massenprodukt in die Hand, und Sie verstehen den Rest dieses Artikels in ungefähr drei Sekunden.